{"id":9632,"date":"2019-02-09T20:34:10","date_gmt":"2019-02-09T19:34:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.jkg-bruchsal.de\/?page_id=9632"},"modified":"2022-11-11T07:55:26","modified_gmt":"2022-11-11T06:55:26","slug":"geschichte-ausserunterrichtliche-veranstaltungen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.jkg-bruchsal.de\/?page_id=9632","title":{"rendered":"Geschichte &#8211; Au\u00dferunterrichtliche Veranstaltungen"},"content":{"rendered":"<div class=\"row\">\n<div class=\"col-md-6\">\n    <a class=\"btn btn-primary\" style=\"float:left;\" href=\"https:\/\/www.jkg-bruchsal.de\/?page_id=1127\"><span class=\"hidden-xs\"><< Geschichte<\/span><i class=\"glyphicon glyphicon-arrow-left visible-xs\"><\/i><\/a>\n  <\/div>\n<\/div>\n<hr>\n<h4>Gedenkfahrt ins Internierungslager Gurs in den franz\u00f6sischen Pyren\u00e4en<\/h4>\n<div class=\"col-md-12\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"col-md-5 bootstrapfloat\">\n      <a href=\"https:\/\/www.jkg-bruchsal.de\/wordpress\/inhalte\/uploads\/2022\/11\/Delegation-in-Gurs.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-0\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img decoding=\"async\" class=\"img-responsive\" src=\"https:\/\/www.jkg-bruchsal.de\/wordpress\/inhalte\/uploads\/2022\/11\/Delegation-in-Gurs.jpg\" alt=\"Gurs\" \/><\/a>\n    <\/div>\n<p>Die meisten badischen J\u00fcdinnen und Juden wurden ab dem 22. Oktober 1940 ins Internierungslager Gurs in den franz\u00f6sischen Pyren\u00e4en deportiert. Etwa 6500 Menschen aus unserer Region wurden dort unter unmenschlichen Bedingungen gequ\u00e4lt, erniedrigt und entrechtet, \u00fcber tausend fanden dort den Tod. Allein elf Bruchsalerinnen und Bruchsaler waren darunter. An sie erinnern die Grabsteine auf dem Friedhof des ehemaligen Lagers. Eine gro\u00dfe Zahl an Lagerinsassen wurde von Gurs aus in weitere Lager deportiert. Viele von ihnen starben schlie\u00dflich im Vernichtungslager Auschwitz. Vertreterinnen und Vertreter der badischen Gemeinden, deren B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger diesem schrecklichen Leid ausgesetzt waren, erinnern jedes Jahr vor Ort in Gurs an die Opfer der Verfolgung, der Vertreibung und des V\u00f6lkermords. Zur Delegation geh\u00f6rten politische Vertreterinnen und Vertreter, Mitglieder der israelitischen Religionsgemeinschaft und Jugendliche aus ganz Baden und der S\u00fcdpfalz. <\/p>\n<p>Da die Stadt Bruchsal dieses Jahr f\u00fcr die Ausrichtung der Gedenkfahrt verantwortlich war, konnten drei Mitglieder der Schulgemeinschaft des JKG  teilnehmen. Helen Kratz und Johnann Sch\u00e4fer aus der Klasse 9 s und die Lehrerin Anja Krug in ihrer Eigenschaft als Gemeinder\u00e4tin nahmen an der Gedenkfahrt teil. Die Sch\u00fclerin und der Sch\u00fcler hatten am Stolpersteinprojekt teilgenommen, das seit Jahren im Rahmen des Projektunterrichtes in Klasse 8 von Oberstudienrat Florian Jung geleitet wird. Innerhalb des Projekts recherchieren die Teilnehmenden Fakten \u00fcber Bruchsaler Verfolgte des NS-Regimes. Anschlie\u00dfend verfassten sie Biographien, die dann in einer Publikation der Stadtverwaltung Bruchsal ver\u00f6ffentlicht werden. Den H\u00f6hepunkt findet das Projekt in der Verlegung eines Stolpersteins am Wohngeb\u00e4ude des Menschen, an den damit erinnert wird. Auf diese Weise wird den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern ein authentischer Zugang zu historischem Geschehen erm\u00f6glicht, Empathie geschult und unter Anleitung des Lehrers auch der Umgang und die Arbeit mit Quellen vermittelt. <\/p>\n<p>\u00dcber ihre Eindr\u00fccke bei der Recherche der Biographien j\u00fcdischer Bruchsalerinnen und Bruchsaler und ihre gro\u00dfe Betroffenheit \u00fcber die Eindr\u00fccke von Verfolgung und schlimmster Gewalt berichteten Helen Kratz und Johann Sch\u00e4fer bei ihrer Rede anl\u00e4sslich der Gedenkfeier in Gurs. Erinnern und als Gesellschaft alles daf\u00fcr zu tun, um Ausgrenzung, Gewalt und Verfolgung zu verhindern, war die zentrale Botschaft der Reden, die am Gedenkort gehalten wurden. Das Programm vor Ort in Gurs erm\u00f6glichte auch die Begegnung und den Austausch mit Zeitzeugen der zweiten Generation, die engagiert \u00fcber den Umgang ihrer \u00fcberlebenden Eltern mit der Zeit im Lager berichteten. So berichtete Rita Althausen von Ihrem Vater Oskar Althausen, der offen in der Familie \u00fcber sein Schicksal sprach. Er besuchte Schulklassen und engagierte sich f\u00fcr die Schaffung des Erinnerungsortes in Gurs. H\u00e9l\u00e8ne Yaiche-Wolf  berichtete dagegen, dass ihr Vater Richard Wolf seine Erinnerungen nicht an seine Kinder weitergeben konnte. Tief ber\u00fchrt waren alle Teilnehmenden von den Schicksalen und den eindringlichen Schilderungen der unmenschlichen Bedingungen, unter denen die Menschen in Gurs zu leiden hatten. <\/p>\n<p>Eine ausf\u00fchrliche Begehung des Lagergel\u00e4ndes erm\u00f6glichte weitere Einblicke in das Geschehen. Auch wenn die Geb\u00e4ude in Gurs allesamt Rekonstruktionen sind, erh\u00e4lt man doch einen Eindruck von den Bedingungen vor Ort. <\/p>\n<p>\u201eDie Erinnerung an die Opfer des Holocaust muss unbedingt wachgehalten werden, damit solche Verbrechen nie wieder geschehen. Das ist unsere Verantwortung.\u201c, so das gemeinsame Fazit der teilnehmenden Delegation aus dem Justus-Knecht-Gymnasium. <\/p>\n<\/p><\/div>\n<\/p><\/div>\n<p><em>Text und Foto: Krg (Oktober 2022)<\/em><\/p>\n<hr>\n<p><\/br><\/p>\n<h4>Projektgruppe der 8. Klassen beteiligt sich erneut an Stolpersteinaktion<\/h4>\n<div class=\"col-md-12\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"col-md-5 bootstrapfloat\">\n      <a href=\"https:\/\/www.jkg-bruchsal.de\/wordpress\/inhalte\/uploads\/2015\/08\/k-Foto-Stolpersteine-Juni-2016-2.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-1\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img decoding=\"async\" class=\"img-responsive\" src=\"https:\/\/www.jkg-bruchsal.de\/wordpress\/inhalte\/uploads\/2015\/08\/k-Foto-Stolpersteine-Juni-2016-2.jpg\" alt=\"Stolpersteine-Juni-2016\" \/><\/a>\n    <\/div>\n<p>Mit einem schwierigen Thema besch\u00e4ftigt sich die Projektgruppe der 8. Klassen am JKG, geleitet vom Historiker OStr Florian Jung, n\u00e4mlich mit der Aufarbeitung und Aufkl\u00e4rung der Verbrechen des Nationalsozialismus, vornehmlich im Bruchsaler Raum. Dabei erarbeiteten sich die Sch\u00fcler Sarah Betz, Muhammed Dana, Eduard Gross, Moritz Haberland, Sascha Hermann, Niels Huber, Finan Kluge, Nicolas Konrad, Marco Moschinski, Valerie Kurz, Malte Rieseweber, Julian Schleicher, Philipp Schlindwein und Dennis Wagner die Lebensumst\u00e4nde und die Leidensgeschichten an konkreten Opferbiografien von Bruchsaler Juden. Sie betrieben historisch korrekt Quellenstudium und recherchierten in Archiven und einschl\u00e4giger Literatur. Au\u00dferdem konnten sie Kontakte herstellen zu Angeh\u00f6rigen von Opfern der Nazi-Verbrechen, wie z.B den Familien B\u00e4r, Prager, Bornh\u00e4user und Kahn. <\/p>\n<p>Verkn\u00fcpft werden konnte die Projektstunde mit dem Kunstprojekt &#8222;Stolpersteine&#8220; des K\u00f6lner K\u00fcnstlers Gunter Demnig, der mit seinen Aktionen der Stolpersteinverlegung steinerne Mahnmale gegen das Vergessen von Einzelschicksalen schaffen will. Die Projektgruppe um Florian Jung war bereits bei der ersten Aktion in Bruchsal im Fr\u00fchjahr 2015 beteiligt und war nun wiederum aktiv involviert bei der zweiten Verlegung am 27.6.2016. Zun\u00e4chst pr\u00e4sentierten die Sch\u00fcler bei der Auftaktveranstaltung, einer ergreifenden Gedenkfeier im Vortragsraum des Krankenhauses, die Ergebnisse ihrer Recherche in Wort und Bild im Wechsel mit Musikbegleitung und Worten der Nachfahren und Verwandten der gew\u00fcrdigten NS-Opfer, die teilweise aus den USA angereist waren.<\/p>\n<p>Danach begaben sich alle zu den Verlegungsstellen in der Gutleutstra\u00dfe, Styrumstra\u00dfe, Friedrichstra\u00dfe, Kaiser-und Bahnhofstra\u00dfe. Auch hier leisteten die Sch\u00fcler ihren Beitrag, w\u00e4hrend Gunter Demnig die beschrifteten kleinen Messingplatten auf Steinw\u00fcrfeln in die B\u00fcrgersteige einlie\u00df. Insgesamt war es sehr beeindruckend, mit welchem Engagement und welcher Ernsthaftigkeit die noch sehr jungen Sch\u00fcler sich auf solch ein erschreckendes Thema einlie\u00dfen und mit viel Flei\u00df die Biografien der Nazi-Opfer rekonstruiert hatten.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<\/p><\/div>\n<p><em>Text und Foto: Jg<\/em><\/p>\n<hr>\n<p><\/br><\/p>\n<h4>Exkursion der 10. Klassen zum ehemaligen KZ Natzweiler-Struthof (2014)<\/h4>\n<p>Es war schon eine organisatorische Herausforderung einen Ausflug f\u00fcr die gesamten Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der zehnten Klassen vorzubereiten. Das Angebot der Geschichtslehrer war auf so gro\u00dfes Interesse gesto\u00dfen, dass am Morgen des 23.05.2014 ganze 180 Sch\u00fcler und 10 Lehrkr\u00e4fte verteilt auf vier Busse ins nahe Elsa\u00df aufbrachen. Kurz hinter Stra\u00dfburg verlie\u00df uns dann der heftige Gewitterregen und wir erreichten bei sch\u00f6nstem Sonnenschein das am Vogesenkamm gelegene Dorf Natzweiler. Hier hatten die Nationalsozialisten nach der Besetzung des Elsa\u00df schon ab 1941 ein Arbeitslager errichtet, das zun\u00e4chst der F\u00f6rderung von rotem Granit und sp\u00e4ter der R\u00fcstungsindustrie dienen sollte. Tats\u00e4chlich haben von den \u00fcber 52 000 H\u00e4ftlingen, die in den 4 Jahren seiner Existenz das Lager durchliefen, fast 20 000 den Tod gefunden, so dass man noch vor dem wirtschaftlichen Nutzen die \u201eVernichtung durch Arbeit\u201c als das eigentliche, unmenschliche Ziel der NS-F\u00fchrung erkennen kann. Im KZ Natzweiler kamen die Lagerinsa\u00dfen in den ber\u00fcchtigten Arbeitskommandos zu Tode, aber es fanden auch gezielte Exekutionen von franz\u00f6sischen Widerstandsk\u00e4mpfern und zweifelhafte medizinische Versuche statt. <\/p>\n<p>W\u00e4hrend die eine H\u00e4lfte der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler direkt die auf 750m gelegene Gedenkst\u00e4tte des ehemaligen Konzentrationslagers in eigener Regie besichtigten, lie\u00df sich die andere H\u00e4lfte zun\u00e4chst von den deutschsprachigen Museumsf\u00fchrern des \u201eM\u00e9morial d\u2019 Alsace\u201c im gegen\u00fcberliegenden Hirzeck durch die Ausstellung geleiten. Das moderne und multimedial ausgestattete Museum widmet sich der els\u00e4ssischen Geschichte zwischen 1870 und 1960. Auf die Besucher st\u00fcrmen hier viele Sinneseindr\u00fccke ein und man kann sich dank der aufwendigen Rauminstallationen gut in die verschiedenen Epochen der deutsch-franz\u00f6sischen Geschichte hineinversetzen. So wird beispielsweise ein Bunker der Maschinot-Linie oder eine von Gefechtsl\u00e4rm belebte, aber sonst gespenstisch tote Kriegslandschaft durchschritten. Unseren Sch\u00fclern hat die anschauliche Pr\u00e4sentation zwar gefallen, aber ihnen ist trotz des medialen Spektakels nicht die einseitige Darstellungsweise entgangen, welche die Deutschen und jegliche Kollaborateure als schwarz und b\u00f6se, die frankreichtreuen Els\u00e4sser dagegen als wei\u00df und edel zeigt. So haben wir neben allen geschichtlichen Inhalt en auch etwas \u00fcber historische Interpretation und nationale Sichtweisen gelernt. <\/p>\n<p>Nach der Mittagspause haben beide Gruppen getauscht und den zweiten Besichtigungspunkt angesteuert. In der warmen Mittagssonne wirkte der Gang \u00fcber das KZ-Gel\u00e4nde fast surreal. Dennoch haben die Informationen \u00fcber den Lageralltag und die hier geschehenen Grausamkeiten alle Gem\u00fcter bewegt. Die noch erhaltenen Bauten der Kommandantenvilla, des Lagertors, zweier Baracken und der Sicherungst\u00fcrme und -z\u00e4une vermitteln bis heute Struktur und Dimension des Lagers. Besonders der zentrale Hinrichtungsplatz mit Galgen und die Gef\u00e4ngnisbaracke zeigen die perfiden Methoden der SS-M\u00e4nner. Obwohl w\u00e4hrend unseres Aufenthaltes das Krematoriumsgeb\u00e4ude wegen Renovierungsarbeiten nicht zu besichtigen war, fiel es keinem schwer am Ende des Rundgangs in einer Schweigeminute vor dem Massengrab der Kl\u00e4rgrube zu verharren. Auf der R\u00fcckfahrt geriet einer der Reisebusse leider noch in einen leichten Unfall mit einem LKW, bei dem gl\u00fccklicherweise niemand verletzt wurde. Am sp\u00e4ten Nachmittag erreichten alle wieder das JKG nach einem eindrucksvollen Tag.<\/p>\n<figure>\n  <a href=\"https:\/\/www.jkg-bruchsal.de\/wordpress\/inhalte\/uploads\/2015\/08\/Natzweiler-2014.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-2\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img decoding=\"async\" class=\"img-responsive\" src=\"https:\/\/www.jkg-bruchsal.de\/wordpress\/inhalte\/uploads\/2015\/08\/Natzweiler-2014.jpg\" alt=\"atzweiler 2014\" \/><\/a><figcaption>\n    Text und Foto: A.Gro\u00dfmann-Schygulla<br \/>\n  <\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-9632","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.jkg-bruchsal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/9632","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.jkg-bruchsal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.jkg-bruchsal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jkg-bruchsal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jkg-bruchsal.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9632"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.jkg-bruchsal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/9632\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14925,"href":"https:\/\/www.jkg-bruchsal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/9632\/revisions\/14925"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.jkg-bruchsal.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9632"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}