Theater-AG | Justus-Knecht-Gymnasium Bruchsal

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JKG-Schauspieler freuen sich über Spende

Die Theater-AG des Justus-Knecht-Gymnasiums Bruchsal dankt der Stiftung der Volksbank Bruchsal-Bretten

Spende Volksbank

Im Justus-Knecht-Gymnasium in Bruchsal laufen die Vorbereitungen für die Theaterproduktion „Die Dreigroschenoper“ von Bertolt Brecht (Musik: Kurt Weill) auf Hochtouren. Rund 15 Schauspielerinnen und Schauspieler der Theater-AG des Gymnasiums proben fleißig – in zahlreichen Proben unter der Woche und am Wochenende – für die Aufführungen ihres Stückes.

Besonders dankbar sind die theaterbegeisterten Schülerinnen und Schüler für die Spende der Stiftung der Volksbank Bruchsal-Bretten über 500 Euro und nahmen diese im Rahmen ihrer Samstagsprobe mit ihrem AG-Leiter Michael Noll freudig entgegen. Mithilfe der Spende kann die Theater-AG Requisiten, Kostüme und Aufführungsrechte für Stück und Musik beschaffen.

Aufgeführt wird die Dreigroschenoper am 06., 08. Und 13. Juli 2018 in der Aula des Justus-Knecht-Gymnasiums in Bruchsal.

Text und Foto: Sina Tagscherer (Juni 2018)



Ein Sumpf aus Gier, Gewalt, Intrigen und Verrat

Eine tolle Aufführung von Brechts „Dreigroschenoper“ am Justus-Knecht-Gymnasium (Juli 2018)

Theateraufführung-Juli-2018

„Die Dreigroschenoper“, Bertolt Brechts populärstes Werk mit der Musik von Kurt Weill, ist nicht nur als gesellschaftskritisches Theaterstück eine große Aufgabe für eine Schauspielgruppe, sondern vor allem gesanglich durch die vielen Lieder eine noch größere Herausforderung. Entsprechend respektvoll gingen die Akteure der Theater-AG am Justus-Knecht-Gymnasium an diese Theaterproduktion heran, aber eine mitreißende Aufführung war „das Ergebnis gemeinsamer Anstrengung und geteilter Freude“ (Programmheft) und begeisterte das Publikum restlos.

Unterstützt wurde der engagierte Regisseur Michael Noll mit einem glücklichen Händchen bei der Rollenbesetzung von den Musikkollegen Anne Doppelbauer bei der Einstudierung der Lieder und Klaus Blum mit den Musikern seines Neigungskurses. Die Darsteller lieferten eine überzeugende Vorstellung ab, allen voran Atrin Haghdoust als eiskalter Verbrecher Mackie Messer, der über Leichen geht, von seinen Spießgesellen im Stich gelassen, von den Huren verraten, aber am Ende dann doch durch den reitenden Boten der Königin begnadigt wird. In seinen Songs transportiert er Brechts politische Botschaft „… erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“ und erntet verständnisvolles Gelächter bei den Zuschauern „Schlimmer als eine Bank zu überfallen ist eine Bank zu gründen.“ – Wie wahr und wie aktuell!

Stark besetzt sind auch die Frauenrollen mit Vivien Fedter als naiv-liebende Polly Peachum, Sarah Wetzel als Lucy, die Rivalin Pollys um Mackies Gunst, sowie Noelle Boger als laszive Spelunken-Jenny. Zoe-Marie Hüttig gibt den Conferencier mit Ansagen und Kommentaren ganz im Sinne von Brechts epischem Theater. Den Gegenspieler von Mackie Messer, den profitgierigen Bettlerkönig Peachum, verkörpert Leandro Knobloch, der satte Gewinne mit der Armut und dem Mitleid macht, seine Tochter Polly aber nicht Mackie zur Frau geben will und zusammen mit dem obersten Polizeichef (Maxi Gantner) in seiner Doppelmoral entlarvt wird.

In diesem Sumpf aus Gier, Gewalt, Intrigen und Verrat in Londons Stadtteil Soho im 19. Jahrhundert kann die Begnadigung Mackies als Happy End nur eine ironische Desillusionierung sein, denn Brechts pessimistische Überzeugung wird in der Ballade „Über die Unsicherheit menschlicher Verhältnisse“ ausgedrückt: „… die Welt ist arm, der Mensch ist schlecht, wir wären gerne gut, anstatt so roh, aber die Verhältnisse, die sind nicht so.“ Insgesamt eine ganz starke Leistung des Ensembles, das auch für Maske, Kostüme, Licht und Ton sowie Bühnenbild und Marketing verantwortlich war und mit großem Applaus belohnt wurde.

Text: Cornelia Blümle (Juli 2018)
Foto: Theater AG 2018



Szenen in der Großstadt

Roland Schimmelpfennigs Stück „Auf der Greifswalder Straße“ auf der Bühne des JKG (Juli 2017)

Theateraufführung-Juli-2017

„Was würdest du tun, wenn du noch 24 Stunden zu leben hättest?“ Diese Frage stellt eine maskierte Erscheinung dem Ladenbesitzer Rudolf in einem Alptraum, kündigt seinen baldigen Tod an und warnt ihn vor der Giraffe. So rätselhaft beginnt das Stück „Auf der Greifswalder Straße“ des momentan meistgespielten Gegenwartsautors Roland Schimmelpfennig, das die Theater-AG am Justus-Knecht-Gymnasium in einer tollen Ensembleleistung und mit großer Spielfreude auf die Bühne brachte.

Die Zuschauer erleben diese 24 Stunden in der Greifswalder Straße in Berlin und begegnen dabei in kurzen, unverbundenen Szenen den unterschiedlichsten und merkwürdigsten Typen, die nebeneinander herleben und aneinander vorbeireden. Es gibt eine Kassiererin (Noelle Boger), die stirbt, ohne es zu merken und weiterhin unter den Lebenden weilt, die sie jedoch nicht bemerken. Es gibt einen Hundebesitzer (Leandro Knobloch), dessen Hund abhanden gekommen ist, der später eine junge Frau (Melanie Heermann) beißt, die zum Wolf wird. Es gibt einen Kioskbesitzer, der zuckend und schreiend sich immer mehr in einen unerklärlichen Wahn steigert – Atrin Haghdoust hat hier einen ganz starken Auftritt und sorgt für komische Momente.

Ein Managertyp (Georg Kraus) sitzt völlig verzweifelt in einer Kneipe und will in den Fluss springen, ein junger Mann (Dennis Schmidt) schenkt seiner Angebeteten (Sarah Wetzel) als Zeichen seiner Liebe einen silbernen Löffel, der ihm zuvor vor die Füße gefallen war. Alle diese short cuts werden von einem Erzähler (Alexander Weiß) begleitet und kommentiert, aber nicht näher erklärt. Völlig irreal wird die Szenerie, als drei Rumänen (Erika Bukmaier, Jonas Huber, Zoe-Marie Hüttig), die wie Russen daherkommen, über Sonne und Mond philosphieren und einer schließlich die stehengebliebene Sonne mit einer Waffe abschießt.

In der Zwischenzeit wird das Ablaufen der 24 Stunden in Filmsequenzen im Hintergrund optisch angezeigt. Der Obst-und Gemüsehändler Rudolf jedoch begegnet seinem Schicksal in Gestalt des Mädchens Maika, das wegen seiner langen Beine Giraffe genannt wird und in das er sich verliebt. Sie weist seine Liebeserklärung aber zurück und fährt mit der Bahn davon. Später nähert sie sich seinem Laden, verletzt sich mit einer Scherbe und erschießt Rudolf mit der verschwundenen Waffe der Rumänen – die Prophezeiung hat sich erfüllt.

Philipp Leisenheimer mit sonorer Stimme und Paula Weinobst mit sensiblem Spiel stellen dieses verhinderte Liebespaar sehr überzeugend dar, wie überhaupt alle Mitspieler sich mit ihrem Regisseur Michael Noll in langer Probenzeit oftmals mehrere Rollen der frustrierten Großstadtbewohner erarbeitet und die Inszenierung gemeinsam vorbereitet haben. In Teamwork war das Ensemble auch für Maske, Licht und Ton, Kostüme, Programmheft, Pausenbewirtung und Kartenverkauf zuständig. Für das geneigte Publikum war das Stück nicht immer leicht verständlich, aber auf jeden Fall sehr unterhaltsam mit toller Choreographie zum italienischen Song, kollektiven Straßenbahnfahrten und eingeblendeten Bildern aus dem Copyshop an der Ecke und es belohnte das Ensemble mit begeistertem Applaus.

Text: Cornelia Blümle (Juli 2017)
Foto: Theater-AG



Vergangene Aufführungen

William Shakespeare: Der Sturm (Juli 2016)
Friedrich Schiller: Die Räuber (Juli 2015)


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